Die Europäische Politische Gemeinschaft

Der Versuch einer politischen Integration der sechs EGKS-Staaten

Nonfiction, Social & Cultural Studies, Political Science
Cover of the book Die Europäische Politische Gemeinschaft by Patrick Weber, Adrian Vögele, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Patrick Weber, Adrian Vögele ISBN: 9783638024198
Publisher: GRIN Verlag Publication: March 13, 2008
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Patrick Weber, Adrian Vögele
ISBN: 9783638024198
Publisher: GRIN Verlag
Publication: March 13, 2008
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union, Note: 5,5, Universität Zürich (Institut für Politikwissenschaft), Veranstaltung: Theorien der Internationalen Beziehungen, 23 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Europäische Union (EU), wie sie sich gegenwärtig präsentiert, entzieht sich der herkömmlichen Einteilung staatlicher Gebilde in Bundesstaat oder Staatenbund. Sie ist 'weder eine Föderation wie die USA noch einfach eine Organisation für die Zusammenarbeit von Regierungen wie die UNO' (Europäische Union 2006: 4). Dennoch handelt es sich um ein staatenähnliches politisches System, dessen Besonderheit in den europäischen In-stitutionen und Organen liegt (Kohler-Koch 2004: 105-111). Geschaffen wurden diese im Rahmen der europäischen Verträge und es hat sich eingebürgert, die Geschichte der europäischen Integration mit dem Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) im Jahre 1951 beginnen zu lassen (Europäische Uni-on 2006: 5). Diese Darstellung ist insofern gerechtfertigt, als der Versuch einer umfassenden politischen Integration bei den Verhandlungen zur Gründung des Europarats scheiterte. Die ambitionierten Pläne zahlreicher föderalistischer Gruppierungen konnten sich nicht gegen die Kräfte durchsetzen, die nur einen gemässigten Unionismus vertraten (Knipping 2004: 57). Was bei der Fokussierung auf die europäischen Verträge gerne vergessen wird, sind die Verhandlungen über eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) und eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG), welche parallel zu den Verhandlungen über die EGKS geführt wurden. Am 27. Mai 1952 unterzeichneten die Aussenminister der sechs Mitglieder der EGKS nach monatelangen Verhandlungen den Vertrag für die EVG (Loth 1996: 93-100). Folgerichtig stand nun auch die politische Integration zur Debatte, denn ohne ein politisches Konzept konnte eine wirtschaftliche und militärische Integration nur bedingt stattfinden (Krüger 2006: 241). Die am 13. September 1952 eingesetzte Ad-hoc-Kommission erarbeitete gemäss dem Artikel 38 des EVG-Vertrags einen Entwurf für die Satzung der Europäischen Gemeinschaft, welche am 10. März 1953 von dieser Kommission verabschiedet wurde. Freilich scheiterte dieser Vorstoss letztendlich am Widerstand der neuen französischen Regierung, welche das Thema EVG/EPG im August 1954 von der Tagesordnung strich und somit allen Plänen eines politisch vereinten Europas ein abruptes Ende bereitete (Gehler 2005: 137). Dennoch verfügen wir heute mit dem Satzungsentwurf für die EPG über ein beeindruckendes Dokument, das eindeutig ein föderalistisches Konzept mit supranationalem Charakter verkörpert.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union, Note: 5,5, Universität Zürich (Institut für Politikwissenschaft), Veranstaltung: Theorien der Internationalen Beziehungen, 23 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Europäische Union (EU), wie sie sich gegenwärtig präsentiert, entzieht sich der herkömmlichen Einteilung staatlicher Gebilde in Bundesstaat oder Staatenbund. Sie ist 'weder eine Föderation wie die USA noch einfach eine Organisation für die Zusammenarbeit von Regierungen wie die UNO' (Europäische Union 2006: 4). Dennoch handelt es sich um ein staatenähnliches politisches System, dessen Besonderheit in den europäischen In-stitutionen und Organen liegt (Kohler-Koch 2004: 105-111). Geschaffen wurden diese im Rahmen der europäischen Verträge und es hat sich eingebürgert, die Geschichte der europäischen Integration mit dem Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) im Jahre 1951 beginnen zu lassen (Europäische Uni-on 2006: 5). Diese Darstellung ist insofern gerechtfertigt, als der Versuch einer umfassenden politischen Integration bei den Verhandlungen zur Gründung des Europarats scheiterte. Die ambitionierten Pläne zahlreicher föderalistischer Gruppierungen konnten sich nicht gegen die Kräfte durchsetzen, die nur einen gemässigten Unionismus vertraten (Knipping 2004: 57). Was bei der Fokussierung auf die europäischen Verträge gerne vergessen wird, sind die Verhandlungen über eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) und eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG), welche parallel zu den Verhandlungen über die EGKS geführt wurden. Am 27. Mai 1952 unterzeichneten die Aussenminister der sechs Mitglieder der EGKS nach monatelangen Verhandlungen den Vertrag für die EVG (Loth 1996: 93-100). Folgerichtig stand nun auch die politische Integration zur Debatte, denn ohne ein politisches Konzept konnte eine wirtschaftliche und militärische Integration nur bedingt stattfinden (Krüger 2006: 241). Die am 13. September 1952 eingesetzte Ad-hoc-Kommission erarbeitete gemäss dem Artikel 38 des EVG-Vertrags einen Entwurf für die Satzung der Europäischen Gemeinschaft, welche am 10. März 1953 von dieser Kommission verabschiedet wurde. Freilich scheiterte dieser Vorstoss letztendlich am Widerstand der neuen französischen Regierung, welche das Thema EVG/EPG im August 1954 von der Tagesordnung strich und somit allen Plänen eines politisch vereinten Europas ein abruptes Ende bereitete (Gehler 2005: 137). Dennoch verfügen wir heute mit dem Satzungsentwurf für die EPG über ein beeindruckendes Dokument, das eindeutig ein föderalistisches Konzept mit supranationalem Charakter verkörpert.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Sozialdemokratie und die Europäische Integration by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Erziehung und ihre Umsetzung im Nationalsozialismus by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Erklären und Verstehen in den Sozialwissenschaften by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Die Theodizee: einige Lösungen des Problems by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Gesundheit und Gesundheitszustand von übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Anleitung zur Erstellung eines Vortragsleitfadens by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Mikrokredite: Eine ökonomische Analyse by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Selbstsozialisation (Luhmann) und Habitualisierung (Bourdieu) by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Die Mediation in der höchstrichterlichen Rechtsprechung by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Jugendsprache by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Die Revolution und die weibliche Protagonistin in Gioconda Bellis 'Die Verteidigung des Glücks' und Angeles Mastrettas 'Emilia' by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Hillsong als ein kulturwissenschaftliches Phänomen by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Konsumkids und ihr Taschengeld by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Disquotale Gesellschafterrechte by Patrick Weber, Adrian Vögele
Cover of the book Die Darstellung der Abrahamsfigur in christlicher und muslimischer Tradition by Patrick Weber, Adrian Vögele
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy