Zur Übersetzung des französischen Gérondif in deutschen Urteilsversionen des Europäischen Gerichtshofs

Nonfiction, Reference & Language, Language Arts, Translating & Interpreting
Cover of the book Zur Übersetzung des französischen Gérondif in deutschen Urteilsversionen des Europäischen Gerichtshofs by Alexa Wissel, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Alexa Wissel ISBN: 9783638600699
Publisher: GRIN Verlag Publication: February 16, 2007
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Alexa Wissel
ISBN: 9783638600699
Publisher: GRIN Verlag
Publication: February 16, 2007
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Diplomarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Dolmetschen / Übersetzen, Note: 1,0, Universität des Saarlandes (Dolmetscherinstitut ), 91 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Das französische Gérondif, welches als adverbiale Ergänzung zum Verb beschrieben werden kann, stellt ein besonders komplexes Phänomen in der französischen Sprache dar und ist laut Halmøy (vgl. 2003a:3) eine der spannendsten und am häufigsten verwendeten Formen im heutigen Französisch. So sind Gérondifkonstruktionen ein wichtiger Bestandteil sowohl der gesprochenen als auch der geschriebenen Sprache. Das Gérondif stellt eine typisch französische Konstruktion dar, die in dieser Form weder im Lateinischen noch in den romanischen oder germanischen Sprachen ein direktes Äquivalent hat (vgl. ebd.). Nach Auffassung Zembs (vgl. 1978:524) hat das deutsche Gerundium mit dem französischen Gérondif noch weniger gemeinsam als der deutsche Konjunktiv mit dem französischen Subjonctif. Am nächsten käme dem Gérondif noch das deutsche Partizip Präsens mit der Endung -nd, welches ebenfalls adjektivische Funktionen in sich birgt. Dieses spielt jedoch bei der Wiedergabe des Gérondif im Deutschen eine untergeordnete Rolle und strahlt nach Ansicht Serra Bornetos (1982:439) eine Art 'antiquierte Eleganz' aus. Wenn demnach die deutsche Sprache über kein direktes Äquivalent für diese französische Form verfügt, stellt sich insbesondere für die Übersetzung die Frage, mit welchen Strukturen - wenn nicht mit dem deutschen Gerundium oder dem Partizip Präsens - das französische Gérondif im Deutschen wiedergegeben werden kann. Eine zusätzliche Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass das Gérondif nicht immer eindeutig ist, sondern oft mehr als nur eine Relation ausdrückt. Gerade im Bereich der im Rahmen dieser Arbeit untersuchten Rechtssprache, die sich insbesondere durch Deutlichkeit und Explizitheit auszeichnet (vgl. Roelcke 1999:83), stellt die semantisch-funktionale Vagheit des Gérondif eine große Herausforderung für den fachsprachlichen Übersetzer dar. Der Übersetzer sieht sich mit der Aufgabe konfrontiert zu ermitteln, welche verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten unter Einbeziehung des Kontextes möglich sind. Wenn er sich nun für eine Interpretation entscheidet, besteht die Gefahr, dass er in zweierlei Hinsicht einen Fehler begeht. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass er der Form ihre Polyfunktionalität und somit ihre explizite Vielfalt nimmt. Zum anderen schließt er durch die Wahl einer expliziteren Konstruktion die anderen aus und kann der Form dadurch ihren komplexen Sinn nehmen (vgl. Serra Borneto 1982:44).

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Diplomarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Dolmetschen / Übersetzen, Note: 1,0, Universität des Saarlandes (Dolmetscherinstitut ), 91 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Das französische Gérondif, welches als adverbiale Ergänzung zum Verb beschrieben werden kann, stellt ein besonders komplexes Phänomen in der französischen Sprache dar und ist laut Halmøy (vgl. 2003a:3) eine der spannendsten und am häufigsten verwendeten Formen im heutigen Französisch. So sind Gérondifkonstruktionen ein wichtiger Bestandteil sowohl der gesprochenen als auch der geschriebenen Sprache. Das Gérondif stellt eine typisch französische Konstruktion dar, die in dieser Form weder im Lateinischen noch in den romanischen oder germanischen Sprachen ein direktes Äquivalent hat (vgl. ebd.). Nach Auffassung Zembs (vgl. 1978:524) hat das deutsche Gerundium mit dem französischen Gérondif noch weniger gemeinsam als der deutsche Konjunktiv mit dem französischen Subjonctif. Am nächsten käme dem Gérondif noch das deutsche Partizip Präsens mit der Endung -nd, welches ebenfalls adjektivische Funktionen in sich birgt. Dieses spielt jedoch bei der Wiedergabe des Gérondif im Deutschen eine untergeordnete Rolle und strahlt nach Ansicht Serra Bornetos (1982:439) eine Art 'antiquierte Eleganz' aus. Wenn demnach die deutsche Sprache über kein direktes Äquivalent für diese französische Form verfügt, stellt sich insbesondere für die Übersetzung die Frage, mit welchen Strukturen - wenn nicht mit dem deutschen Gerundium oder dem Partizip Präsens - das französische Gérondif im Deutschen wiedergegeben werden kann. Eine zusätzliche Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass das Gérondif nicht immer eindeutig ist, sondern oft mehr als nur eine Relation ausdrückt. Gerade im Bereich der im Rahmen dieser Arbeit untersuchten Rechtssprache, die sich insbesondere durch Deutlichkeit und Explizitheit auszeichnet (vgl. Roelcke 1999:83), stellt die semantisch-funktionale Vagheit des Gérondif eine große Herausforderung für den fachsprachlichen Übersetzer dar. Der Übersetzer sieht sich mit der Aufgabe konfrontiert zu ermitteln, welche verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten unter Einbeziehung des Kontextes möglich sind. Wenn er sich nun für eine Interpretation entscheidet, besteht die Gefahr, dass er in zweierlei Hinsicht einen Fehler begeht. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass er der Form ihre Polyfunktionalität und somit ihre explizite Vielfalt nimmt. Zum anderen schließt er durch die Wahl einer expliziteren Konstruktion die anderen aus und kann der Form dadurch ihren komplexen Sinn nehmen (vgl. Serra Borneto 1982:44).

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Atypische Beschäftigungsverhältnisse vs. Normalarbeitsverhältnis by Alexa Wissel
Cover of the book HANDBALL - Einübung und Festigung von zwei Angriffsformationen im Handballspiel - Schulsport by Alexa Wissel
Cover of the book A study of the extent and forms of school violence and delinquency by Alexa Wissel
Cover of the book Bewertung und Bilanzierung von Finanzanlagen nach HGB, IAS und US-GAAP by Alexa Wissel
Cover of the book Möglichkeiten kunsttherapeutischer Förderung von Kindern der Primarstufe. Das plastische Gestalten mit Ton by Alexa Wissel
Cover of the book Eugenik und die Frauenbewegung by Alexa Wissel
Cover of the book Enforcement - Stand und neuere Entwicklungen der Gesetzgebung sowie Überblick über die Aktivitäten der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung by Alexa Wissel
Cover of the book Gestalttherapie zur Identitätssuche in der Adolesenz by Alexa Wissel
Cover of the book Kommunikation und Wahrnehmung von Säuglingen by Alexa Wissel
Cover of the book Tennis mit verschiedenen Zielgruppen und Schwerpunkten by Alexa Wissel
Cover of the book Überseering und die Folgen by Alexa Wissel
Cover of the book Das Zurückbehaltungsrecht des Werkbestellers by Alexa Wissel
Cover of the book Besser gesund! Ein kleines Nachschlagewerk über Homöopathie, Pflanzenheilkunde und Hilfe zur Selbsthilfe für den praktischen Einsatz im Alltag by Alexa Wissel
Cover of the book Verwaltungscontrolling in der Systematik des New Public Managements by Alexa Wissel
Cover of the book Marketing für Männer. Geschichte, Entwicklung, internationaler Vergleich by Alexa Wissel
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy