Formen der Demokratie in Südostasien. Scheitert das westliche Modell?

Scheitert das westliche Modell?

Nonfiction, Social & Cultural Studies, Political Science, International, Foreign Legal Systems
Cover of the book Formen der Demokratie in Südostasien. Scheitert das westliche Modell? by R. Schneider, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: R. Schneider ISBN: 9783638545068
Publisher: GRIN Verlag Publication: September 14, 2006
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: R. Schneider
ISBN: 9783638545068
Publisher: GRIN Verlag
Publication: September 14, 2006
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche, Note: 2,0, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Veranstaltung: Veranstaltung: Einführung in die politische Theorie und Ideengeschichte, 9 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In Bezug auf weltweite Demokratisierungsprozesse scheint die westliche, insbesondere die amerikanische, Sichtweise von der Vorstellung geprägt, Demokratien nach unserem Vorbild ließen sich jederzeit und überall etablieren. Dieser modernisierungstheoretische Ansatz läßt jedoch außer Acht, daß für die erfolgreiche Konsolidierung einer Demokratie bestimmte sozioökonomische Bedingungen erfüllt sein müssen, wie die Entstehung einer Mittelschicht und Ausformung einer Zivilgesellschaft, sowie daß die Institutionalisierung administrativer und politischer Strukturen und Prozesse vorausgesetzt wird. Nicht berücksichtigt werden ferner die historischen und kulturellen Grundlagen der jeweiligen Länder, durch die die Etablierung einer westlichen Demokratie verhindert wird. So fußt die amerikanische Demokratietradition auf dem Lockeschen Verständnis des Gesellschaftsvertrags, in dem der Staat von Individuen gebildet wird, die ihn wiederum nur mit minimalen Machtbefugnissen ausstatten. Der südostasiatischen Sichtweise ist im Gegensatz dazu ein kommunitaristischer Ansatz inhärent, der die Verantwortlichkeit gegenüber der Familie und der Gesellschaft betont, die dem Recht des Individuums übergeordnet ist. Zusammen mit dem Respekt vor Autoritäten, dem Glauben an starke familiäre Bindungen und der Ablehnung des Wohlfahrtsstaates machen diese Unterschiede die vielzitierten 'Asian values' aus. Von asiatischen Staatsführern in Abgrenzung zu den Werten und Vorstellungen der westlichen Welt bemüht und bisweilen instrumentalisiert, stellt sich allerdings die Frage nach der Glaubwürdigkeit eines einen, den gesamten asiatischen Raum umfassenden Wertekodexes. Jürgen Rüland warnt vor einer Überbetonung der 'Asian values', die er als eine 'ideologische Mehrzweckwaffe' der Eliten beurteilt. Schlußendlich kann auch die kulturrelativistische Sichtweise nur begrenzt Erklärungen soziokultureller Erscheinungen und Werte liefern. Welchen Weg nimmt vor diesem Hintergrund also die Demokratie in Südostasien und welche Formen bilden sich aus? Ist die westliche Demokratie überhaupt ein realistisches Modell für die Länder dieser Region? Die vorliegende Arbeit betrachtet von dieser Fragestellung ausgehend zwei völlig unterschiedlich ausgeprägte südostasiatische Länder, Burma und Singapur, die jedoch eine Gemeinsamkeit haben: Es handelt sich um multi-ethnische Staaten, die von jeweils einer Ethnie dominiert werden.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche, Note: 2,0, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Veranstaltung: Veranstaltung: Einführung in die politische Theorie und Ideengeschichte, 9 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In Bezug auf weltweite Demokratisierungsprozesse scheint die westliche, insbesondere die amerikanische, Sichtweise von der Vorstellung geprägt, Demokratien nach unserem Vorbild ließen sich jederzeit und überall etablieren. Dieser modernisierungstheoretische Ansatz läßt jedoch außer Acht, daß für die erfolgreiche Konsolidierung einer Demokratie bestimmte sozioökonomische Bedingungen erfüllt sein müssen, wie die Entstehung einer Mittelschicht und Ausformung einer Zivilgesellschaft, sowie daß die Institutionalisierung administrativer und politischer Strukturen und Prozesse vorausgesetzt wird. Nicht berücksichtigt werden ferner die historischen und kulturellen Grundlagen der jeweiligen Länder, durch die die Etablierung einer westlichen Demokratie verhindert wird. So fußt die amerikanische Demokratietradition auf dem Lockeschen Verständnis des Gesellschaftsvertrags, in dem der Staat von Individuen gebildet wird, die ihn wiederum nur mit minimalen Machtbefugnissen ausstatten. Der südostasiatischen Sichtweise ist im Gegensatz dazu ein kommunitaristischer Ansatz inhärent, der die Verantwortlichkeit gegenüber der Familie und der Gesellschaft betont, die dem Recht des Individuums übergeordnet ist. Zusammen mit dem Respekt vor Autoritäten, dem Glauben an starke familiäre Bindungen und der Ablehnung des Wohlfahrtsstaates machen diese Unterschiede die vielzitierten 'Asian values' aus. Von asiatischen Staatsführern in Abgrenzung zu den Werten und Vorstellungen der westlichen Welt bemüht und bisweilen instrumentalisiert, stellt sich allerdings die Frage nach der Glaubwürdigkeit eines einen, den gesamten asiatischen Raum umfassenden Wertekodexes. Jürgen Rüland warnt vor einer Überbetonung der 'Asian values', die er als eine 'ideologische Mehrzweckwaffe' der Eliten beurteilt. Schlußendlich kann auch die kulturrelativistische Sichtweise nur begrenzt Erklärungen soziokultureller Erscheinungen und Werte liefern. Welchen Weg nimmt vor diesem Hintergrund also die Demokratie in Südostasien und welche Formen bilden sich aus? Ist die westliche Demokratie überhaupt ein realistisches Modell für die Länder dieser Region? Die vorliegende Arbeit betrachtet von dieser Fragestellung ausgehend zwei völlig unterschiedlich ausgeprägte südostasiatische Länder, Burma und Singapur, die jedoch eine Gemeinsamkeit haben: Es handelt sich um multi-ethnische Staaten, die von jeweils einer Ethnie dominiert werden.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Sektenfurcht als Ursache der Restauration in England? Eine Fallstudie: General George Monck by R. Schneider
Cover of the book Seminararbeit zum Thema Jugendkriminalität by R. Schneider
Cover of the book Geschlechtsspezifische Sport- und Bewegungssozialisation by R. Schneider
Cover of the book Unterrichtsplanung: Blätter im Herbst by R. Schneider
Cover of the book Universelles Leben: Renaissance christlicher Esoterik? by R. Schneider
Cover of the book Migration, Akkulturation und Gesundheit by R. Schneider
Cover of the book 'Marinas dreissigste Liebe' von Vladimir Sorokin. Tabus in der russischen Literatur by R. Schneider
Cover of the book Peter Singers Präferenzutilitarismus als Beispiel moderner Eugenik by R. Schneider
Cover of the book Neofunktionalismus und Intergouvernementalismus- Zwei Integrationstheorien im Vergleich by R. Schneider
Cover of the book Spiegel und Spiegelungen. Funktion und Bedeutung des Spiegelmotivs im Film by R. Schneider
Cover of the book Die Rolle des Controllings in Innovationsmanagementprozessen am Beispiel der Konsumgüterindustrie by R. Schneider
Cover of the book Ziele und Strukturen des Referendariats und die Kultusministerkonferenz Standards für die Bildungswissenschaften by R. Schneider
Cover of the book Kognitive Defizite abstinenter Cannabis-Konsumenten by R. Schneider
Cover of the book Die Ablösung der Kernenergie durch erneuerbare Energien in Deutschland by R. Schneider
Cover of the book Personalführungsmodelle. 7-S-Modell, Harzburger Modell und mehr by R. Schneider
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy