Der Religionsbegriff bei Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing

Nonfiction, Religion & Spirituality, Philosophy
Cover of the book Der Religionsbegriff bei Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing by Yvonne Büchner, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Yvonne Büchner ISBN: 9783640717897
Publisher: GRIN Verlag Publication: October 8, 2010
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Yvonne Büchner
ISBN: 9783640717897
Publisher: GRIN Verlag
Publication: October 8, 2010
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache), Note: 1,3, Universität Potsdam (Religionswissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Zeit der Aufklärung, also das 18. Jahrhundert, ist die Zeit der Loslösung des Denkens von den festen Dogmen der Theologie. Lessings 'Erziehung des Menschengeschlechts' und Moses Mendelssohns 'Jerusalem...' untermauern den Wunsch der Aufklärer die Philosophie und das geschichtliche Denken mehr von den theologischen Einflüssen zu befreien und damit den Weg zur rationalen Weltanschauung zu öffnen. Allein die Vernunft sollte Lotse der Erkenntnis sein und nicht mehr die hohlen Phrasen der theologischen Dogmen. Beide Männer stehen für die Forderung nach religiöser Toleranz und der Trennung von Kirche und Staat. Nach Lessings Auffassung passe Gott, wie ein guter Lehrmeister, seine Offenbarungen dem menschlichen Verstand an, so dass ein jeder sie verstehen kann aber ein 'verständigerer Mensch' auch durch diese nicht am höheren Erkennen gehindert werde. Dabei unterscheidet er die Religion der Kirche und die Theologie von der Religion Christi, welche für den Menschen sei. Mendelssohn, der obsavant lebende Jude, begreift dagegen die Religion als einen privaten Lebensbereich, welcher nichts mit Wertigkeit eines Bürgers und dessen Rechten zu tun habe dürfe. Vielmehr wohne einem jeden Menschen die Anlage zum 'vernünftigen Erkennen' allgemeingültiger Glaubenswahrheiten inne, welche ihm erlaube sich weiter zu entwickeln und die Tradition mit dem modernen Wissen zu verbinden. Mendelssohn hielt immer an dem Glauben an einen personalen Gott, an der Unsterblichkeit der Seele und an der Hoffnung auf einen gerechten Ausgleich im Jenseits fest. Die beiden Schriften unterscheiden sich in ihrer erkenntnistheoretischen Position, denn wo Mendelssohn in 'Jerusalem oder über religiöse Macht und Judentum' seine Gewissheit über ewige Vernunftwahrheiten vertritt, postuliert Lessing den Gedanken an eine 'Humanitätsreligion' mit dem Endzweck der absoluten Toleranz seinen Mitmenschen gegenüber. Dieser Blickwinkel auf eine Entwicklungsgeschichte der geistigen Reifung ist es, welche 'Die Erziehung des Menschengeschlechts' auch noch im 21. Jahrhundert bedeutend macht. Beide Autoren richten ihre Werke an das aufgeklärte Bürgertum. Einem Leserkreis von dem sie hofften, dass er der Idee von dem Vernunftglauben folgen würde und welcher diesen Glauben von der institutionellen Religion unterscheiden könne.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache), Note: 1,3, Universität Potsdam (Religionswissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Zeit der Aufklärung, also das 18. Jahrhundert, ist die Zeit der Loslösung des Denkens von den festen Dogmen der Theologie. Lessings 'Erziehung des Menschengeschlechts' und Moses Mendelssohns 'Jerusalem...' untermauern den Wunsch der Aufklärer die Philosophie und das geschichtliche Denken mehr von den theologischen Einflüssen zu befreien und damit den Weg zur rationalen Weltanschauung zu öffnen. Allein die Vernunft sollte Lotse der Erkenntnis sein und nicht mehr die hohlen Phrasen der theologischen Dogmen. Beide Männer stehen für die Forderung nach religiöser Toleranz und der Trennung von Kirche und Staat. Nach Lessings Auffassung passe Gott, wie ein guter Lehrmeister, seine Offenbarungen dem menschlichen Verstand an, so dass ein jeder sie verstehen kann aber ein 'verständigerer Mensch' auch durch diese nicht am höheren Erkennen gehindert werde. Dabei unterscheidet er die Religion der Kirche und die Theologie von der Religion Christi, welche für den Menschen sei. Mendelssohn, der obsavant lebende Jude, begreift dagegen die Religion als einen privaten Lebensbereich, welcher nichts mit Wertigkeit eines Bürgers und dessen Rechten zu tun habe dürfe. Vielmehr wohne einem jeden Menschen die Anlage zum 'vernünftigen Erkennen' allgemeingültiger Glaubenswahrheiten inne, welche ihm erlaube sich weiter zu entwickeln und die Tradition mit dem modernen Wissen zu verbinden. Mendelssohn hielt immer an dem Glauben an einen personalen Gott, an der Unsterblichkeit der Seele und an der Hoffnung auf einen gerechten Ausgleich im Jenseits fest. Die beiden Schriften unterscheiden sich in ihrer erkenntnistheoretischen Position, denn wo Mendelssohn in 'Jerusalem oder über religiöse Macht und Judentum' seine Gewissheit über ewige Vernunftwahrheiten vertritt, postuliert Lessing den Gedanken an eine 'Humanitätsreligion' mit dem Endzweck der absoluten Toleranz seinen Mitmenschen gegenüber. Dieser Blickwinkel auf eine Entwicklungsgeschichte der geistigen Reifung ist es, welche 'Die Erziehung des Menschengeschlechts' auch noch im 21. Jahrhundert bedeutend macht. Beide Autoren richten ihre Werke an das aufgeklärte Bürgertum. Einem Leserkreis von dem sie hofften, dass er der Idee von dem Vernunftglauben folgen würde und welcher diesen Glauben von der institutionellen Religion unterscheiden könne.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Aspekte der gegenwärtigen Pflegeausbildung by Yvonne Büchner
Cover of the book Lokale Agenda 21 - Ein Instrument zur nachhaltigen Stadtentwicklung in Berlin am Beispiel des Bezirks Treptow- Köpenick by Yvonne Büchner
Cover of the book Der Kölner Aufstand von 1074 und die Erhebung für Heinrich IV. im Jahre 1106 by Yvonne Büchner
Cover of the book Gewalt in der Altenpflege by Yvonne Büchner
Cover of the book Unvollkommene Kapitalmärkte und Kreditrationierung by Yvonne Büchner
Cover of the book Kommunikation von Gehörlosen by Yvonne Büchner
Cover of the book Motopädagogik. Psychomotorische Erziehung by Yvonne Büchner
Cover of the book Bewegungs- und Lernspiele im Englischunterricht der Primarstufe und ihre Funktion für die Förderung des Spracherwerbs by Yvonne Büchner
Cover of the book Zwischen New Deal und Reaganomics - Ein kurzer Abriss wirtschaftspolitischer Denkschulen by Yvonne Büchner
Cover of the book Geschichte und Formen des Snowboardens by Yvonne Büchner
Cover of the book Ansätze zum Thema des organisationalen Lernens by Yvonne Büchner
Cover of the book Die außenpolitischen Vorstellungen Carl Friedrich Goerdelers 1941 - 1944 by Yvonne Büchner
Cover of the book 'Umweltprobleme machen nicht an Staatsgrenzen halt' - Unterrichtsstunde im Fach Politik, Realschule: Klasse 9 by Yvonne Büchner
Cover of the book Unterrichtsqualität und ihre Anforderungen an den Lehrer by Yvonne Büchner
Cover of the book The Alfredian Educational Reform and Translation Program by Yvonne Büchner
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy